Wann macht eine eigene Ballenpresse Sinn?

Strohpresse auf einem Feld

Gutes Grundfutter ist wichtig. Neben dem richtigen Erntezeitpunkt und der Lagerung spielt aber auch geeignetes Gerät zum Einholen eine große Rolle. Ob eine eigene Ballenpresse Sinn macht, bereitet vielen Pferdebetrieben Kopfzerbrechen.

Viele Pferdebetriebe, gerade in Ballungsgebieten, sind darauf angewiesen, Heu und Stroh komplett zuzukaufen. In ländlicheren Regionen dagegen sind die Betriebe nicht selten in der Lage, zumindest ihren Heubedarf komplett über eigene Flächen zu decken. Natürlich ist es schön, wenn man den eigenen Betrieb führen kann, ohne auf andere angewiesen zu sein. Ein Grund, warum viele Pferdebetriebe auch einen eigenen Maschinenpark unterhalten. Aber ist das auch betriebswirtschaftlich sinnvoll?

Diese Frage haben wir Christian Fendt gestellt. Der gelernte Landwirt und studierte Betriebswirt betreibt in der Nähe von Augsburg einen eigenen Pferdebetrieb und ist als Berater für die Maschinenringe tätig. Wir haben uns die Ballenpressen aus dem Kontext herausgepickt und gemeinsam mit Christian Fendt etwas genauer betrachtet. Anders als bei Traktoren und Hofladern werden diese wirklich nur zu einem Zweck angeschafft, nämlich um Heu und Stroh zu pressen. Umso wichtiger ist es hier, bei der Rentabilität etwas genauer hinzuschauen.

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Alles richtig abgestellt?

Geparkte Pferdehänger

In einem Pferdebetrieb gibt es so einiges, was einen passenden Platz zum Abstellen braucht. Seien es die Pkws oder Fahrräder der Einsteller und Reitschüler oder deren Pferdeanhänger. Aber auch der Betrieb benötigt einiges an Abstellflächen für seine Maschinen: Traktoren, Lader und Anbaugeräte wie Bahnplaner, Schwader und Mähwerke sollten sicher abgestellt werden. Zum einen, um die Maschinen zu schützen, aber auch, um die Unfallgefahr für spielende Kinder oder entlaufene Pferde zu reduzieren. Grundsätzlich empfehlen verschiedene Experten, landwirtschaftliche Maschinen in einem nicht öffentlichen Bereich abzustellen, so ist schon mal ein großes Gefahrenpotenzial ausgeklammert.

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Mykotoxine im Pferdefutter

ADVERTORIAL

Mykotoxine sind ein zunehmendes Problem für alle Pferdehalter. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass in mehr als 25 % aller Getreideproben schädliche Mykotoxine enthalten sind. Steigend auch die Schimmelpilz- und Alkaloidbelastung über das Grundfutter wie Heu, Heulage oder Stroh. Mögliche Folgen: Atemwegsprobleme, Allergien, Verdauungsstörungen, Leber- und Nierenschäden, Bewegungsstörungen oder auch Fruchtbarkeitsstörungen (siehe Abb. 1).

Mykotoxine sind giftige, sekundäre Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze

 Es sind mehr als 300 Mykotoxine bekannt, die von mehr als 100 Schimmelpilzarten (u.a. Aspergillus, Penicillium, Fusarium) produziert werden. Besonders gefährlich sind Aflatoxine, Ochratoxine, Zearalenone (ZEA), DON, Fumonisine und vermehrt auch giftige Mutterkorn-Ergotalkaloide im Getreide, aber auch Grasbestand. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Mykotoxine DON und ZEA am häufigsten im Pferdefutter vorkommen und ebenso häufig in Urin- und Blutproben von Sportpferden nachgewiesen werden. Pferde scheinen jedoch gegenüber DON und ZEA weniger sensibel zu sein. Eine deutlich höhere Sensibilität, zeigt sich gegenüber Fumonisin B 1, Endophyten und Ergotalkaloide. Zu Aflatoxine und OTA, fehlen derzeit genauere Untersuchungen, jedoch scheinen auch hier Pferde sehr empfindlich zu sein. Die derzeitige Praxis – bestehende Mykotoxin Grenz- oder Orientierungswerte für Schweine oder Wiederkäuer, auf Pferde zu übertragen – ist daher nicht ratsam. Eigene Werte für Pferde liegen derzeit nicht vor, allenfalls Empfehlungen.

Wie entstehen Mykotoxine?

Jedes Futtermittel weist einen natürlichen Gehalt an typischen Keimen auf. Durch eine schlechte Ernte oder eine ungünstige Lagerung können sich diese Keime explosionsartig vermehren.

Besonders häufig findet man sie in stärkereichem Getreide wie z.B. Mais oder Hafer, aber auch im Grundfutter wie Heu und Stroh. Die Schimmelbildung wird beeinflusst durch die Umgebungstemperatur, Feuchtigkeit, den pH-Wert, sowie die Nährstoffdichte des Futters (Bsp. Heulage). Diese Faktoren sind bei der Ernte und Lagerung unbedingt zu berücksichtigen, um Schimmelbildung und somit die Mykotoxinbildung zu vermeiden.

Stellt man bereits per Sinnenprüfung (Riechen, Fühlen) ersichtliche Mängel fest (Farbveränderungen, Fremdbesatz, Geruchsabweichungen, Staub), sollte dieses Futter nicht mehr an Pferde verfüttert werden. Neben der Nährstoffanalytik, sollten Grundfutterproben daher auch immer hinsichtlich ihrer Qualität, durch entsprechende labortechnische Analysen überprüft werden.

 

Die Gefahr der Infektion mit Mykotoxinen und insbesondere Ergotalkaloiden und Endophyten wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Insbesondere auch aufgrund der zunehmenden Klimaerwärmung und damit verbundenen Wetterextreme.

Hefezellwände können Mykotoxine binden!

Mannanoligosaccharide (MOS) und ß-Glukane sind natürliche Bestandteile der Bierhefezellwand. Sie wirken prebiotisch, fördern das Darmmikrobiom und stärken die Darmschleimhaut – somit die Schutzbarriere des Darms vor Eindringlingen wie Viren, Bakterien und Pilze. Die enthaltenen ß-Glukane stimulieren zusätzlich das Immunsystem. Durch seine spezifische Oberflächenstruktur und die damit verbundene hohe Adsorptionskraft, verfügen Mannanoligosaccharide (MOS) zudem über ein hohes Bindungsvermögen gegenüber vielen unterschiedlichen Mykotoxinen und teils auch Pathogenen.

In einer aktuellen in vitro Studie konnte die Bindungsaktivität von Biolex® MB40 gegenüber verschiedenen Ergotalkaloiden nachgewiesen werden (siehe Abb. 2). Dabei zeigte sich eine dosisabhängige Wirkung d.h. je höher die Biolex® MB40 Dosierung (0,5 %), umso besser der Bindungseffekt. 

Biolex® MB40: Prebiotisch. Pro Gesundheit.

Die gezielte Förderung der Darmgesundheit gilt heute als Schlüssel für Tiergesundheit und Tierwohl. Leiber Bierhefeprodukte werden als Nebenstrom der Brauerei, schonend weiterverarbeitet und getrocknet. So bleibt ihre native Struktur und damit ihre hohe biologische Aktivität erhalten. Sie enthalten eine Vielzahl von wertvollen Wirk- und Nähr-stoffen, die u.a. positive Effekte auf die Verdauung und das Immunsystem haben. Das Pferd wird insgesamt widerstandsfähiger gegenüber Stressfaktoren. Die zunehmende Belastung mit Mykotoxinen, Ergotalkaloiden oder auch Endophyten stellt einen größer werdenden Stressfaktor für das Pferd dar und kann gesundheitliche Schäden verursachen. Die natürliche Stärkung des Magen-Darm-Traktes, als auch die hohe Bindungsaktivität der Bierhefezellwände (Biolex® MB40) gegenüber Mykotoxinen und Alkaloiden können hier einen sinnvollen Beitrag leisten.

Mehr Infos unter: leibergmbh.de

Autor: Maike RAKEBRANDT; Senior Produktmanagement Equine & Pet, Leiber GmbH (2022)

Rabattierte Tickets zur Equitana

Die Weltmesse der Pferdewelt feiert in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum! Vom 7. bis 13. April lockt sie wieder Pferdefans und -profis nach Essen. 7 Tage voller unterschiedlicher Programmpunkte, beeindruckender Shows, praktischen Produktneuheiten und kreativer Ideen erwarten die Besucher. Als Mitglied im Arbeitskreis Pferd genießt du den Vorteil, an einzelnen Messetagen vergünstigte Tickets zu erhalten. Den Arbeitskreis Pferd trefft ihr am Pferdebetrieb-Stand in Halle 3, Stand C48.  

 

Programm für Pferde-Profis

Der EQUITAG ist das Treffen der Mitglieder im Hauptverband der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen (HLBS) und findet am 11. April von 12:30 Uhr bis 18 Uhr und am Dienstag, 12. April von 11 bis 15 Uhr statt im Raum Deutschland des Kongresszentrums Süd statt. Pferdewirtschaftsmeister, Tierärzte, Betriebsinhaber, Juristen, Turnierfachleute und Pferdewirte sind zur Veranstaltung herzlich willkommen. Zu den Referenten zählen AK Beirat Prof. Dr. Dirk Winter (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen Geislingen) und der Tierwohlbeauftragte des Holsteiner Pferdezuchtverbandes Dr. Thomas Nissen. Der Schwerpunkt der Veranstaltung sind zukunftsfähige Haltungskonzepte und tierwohlorientierte Zucht. Auch Krisenmanagement auf Pferdebetrieben und die Zusammenhänge zwischen Haltung, Fütterung und Atemwegserkrankungen sind auf dem Programm. Anschließend findet die Jobbörse der Hochschule Nürtingen statt. 

Equitana Innovationsaward

Voller neuer Ideen und Produkte ist der Equitana Innovationsaward. Jedes Jahr zeichnen die Equitana und Pferdebetrieb zusammen Innovationen aus, welche die Pferdehaltung vorantreiben. Auch die Themen Nachhaltigkeit, Pferdewohl und Arbeitswirtschaftlichkeit finden im Innovationsaward ihren Stellenwert. Welche Produkte dieses Jahr von unserer unabhängigen Jury nominiert wurden und was sie auszeichnet, liest du in Kürze auf www.pferde-betrieb.de. 

 

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500 Jahre Zuchtgeschichte in Marbach (Teil 1)

Mit seiner über 500-jährigen Geschichte ist das Haupt- und Landgestüt Marbach in Baden-Württemberg das älteste deutsche Staatsgestüt. Wo einst die großen Landesherren die Landeszucht begründeten, sind heute mit einem international beachteten Sportpferde-Zuchtprogramm und vielfältigen Dienstleistungen moderne Zeiten eingekehrt.

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500 Jahre Zuchtgeschichte in Marbach (Teil 2)

Mit seiner über 500-jährigen Geschichte ist das Haupt- und Landgestüt Marbach in Baden-Württemberg das älteste deutsche Staatsgestüt. Wo einst die großen Landesherren die Landeszucht begründeten, sind heute mit einem international beachteten Sportpferde-Zuchtprogramm und vielfältigen Dienstleistungen moderne Zeiten eingekehrt.

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Betriebsreportage: Hand in Hand zum Erfolg

Der Reit- und Fahrverein Albachten e.V. und die Hengsstation Holkenbrink sind ein eingespieltes Team. Ob der normale Pferdealltag oder eine große Veranstaltung – hier wird Hand in Hand gearbeitet und nicht jede Traktorstunde abgerechnet.

In Albachten, einem Stadtteil von Münster, ist der Reit- und Fahrverein Albachten e. V. beheimatet. Der Verein verfügt über ein paar Boxen, eine Reithalle und einige Maschinen, ist aber nicht allein auf weiter Flur: Er befindet sich auf der Anlage von Wilhelm Holkenbrink, der hier eine EU-Besamungsstation führt. Wie kam es wohl zu dieser nicht ganz alltäglichen Kombination? Eine spannende Betriebserkundung sowie ein aufschlussreiches Interview mit Martin Farwick, Pressesprecher des Vereins, und Wilhelm Holkenbrink, Betriebsleiter der Hengststation und 2. Vorsitzender des Vereins, verschaffen einen Einblick in das harmonische Zusammenspiel von Verein und Hengststation.

Den Grundstein für die heutige Zusammenarbeit von EU-Besamungsstation und Ausbildungsstall Holkenbrink und dem Reit- und Fahrverein Albachten e. V. wurde 1940 gelegt. Damals siedelten die Eltern des heutigen Betriebsleiters Wilhelm Holkenbrink an die Hofstätte in Münster/Albachten und gründeten einen ganz normalen landwirtschaftlichen Betrieb mit Kühen, Schweinen, Hühnern und allem, was dazugehört. Mittlerweile liegt der Schwerpunkt auf Pferdezucht, Ausbildung und Pension – und das bereits in der dritten Generation der pferdebegeisterten Familie. Kühe, Schweine oder Hühner sucht man hier heute vergeblich. In Sachen Landwirtschaft ist nur der Ackerbau verblieben.

Der Verein

Der Reit- und Fahrverein Albachten e. V. wurde 1948 gegründet. Im ersten Jahr freute sich der Verein über 75 passive und zwölf aktive Mitglieder. Mittlerweile sind es über 300. Geritten wurde über Jahre auf der grünen Wiese – eine Lösung, die den ambitionierten Reitern des Vereins langfristig nicht sehr erfolgsversprechend schien. Darum beschloss Albachten, eine Reithalle zu bauen und damit der erfolgreichen Ponytruppe bessere Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Doch wo sollte diese Reithalle stehen? Die Lösung lautete: auf dem Hof Holkenbrink – hier pachtete der Verein die entsprechenden Flächen für eine kleine Reitanlage.

1972 begannen die Mitglieder mit dem Bau einer vereinseigenen Reithalle mit den Hufschlagmaßen 20 x 70 m. Finanziert wurde der Bau durch Spenden in Höhe von 41.000 DM und Zuschüsse von Land, Landkreis und Gemeinde, die sich auf 85.000 DM beliefen. 1976 wurde die Anlage um zwölf Pferdeboxen, ein Reiterstübchen und neue Toiletten erweitert.

Die Reithalle des Reit- und Fahrverein Albachten e. V.

Mit der Boxenanzahl stieg auch die Zahl der aktiven Reiter des Vereins auf rund 90 und es bildete sich eine starke Ponytruppe, die unter anderem erfolgreich bei Europameisterschaften gestartet ist. Außerdem wurden noch ein neuer Außenplatz angelegt und ab 1980 regelmäßig Turniere angeboten – zunächst einmal pro Jahr eines für Ponys und eines für Großpferde, mittlerweile gibt es ein großes Turnier im Frühjahr und eines im Sommer mit bis zu 3.000 Zuschauern und 850 Nennungen.

 

Der Hof

Parallel zum Verein entwickelte sich auch der Hof Holkenbrink erfolgreich weiter und modernisierte den Betrieb bis zur heutigen EU-Hengststation. Bereits in den 70er-Jahren hatte der Vater des heutigen Betriebsleiters meist zwei Zuchtstuten auf dem Hof. 1983 begannen die Holkenbrinks dann mit dem Betrieb einer Deckstation in den alten Stallungen – damals mit drei bis fünf Hengsten. Mittlerweile finden auf dem Hof Holkenbrink bis zu 15 Hengste ihren Platz in einem modernen, von Röwer & Rüb ausgestatteten Stalltrakt. Zum Teil sind es eigene Tiere, zum Teil Hengste wie Da Vinci Code und Zonik One, die im Besitz von Wilhelm Holkenbrink und Paul Schockemöhle sind. „Wenn ein Hengst von der Blutführung her für unsere Station interessant scheint, dann habe ich kein Problem, wenn er mir nicht gehört“, erklärt Wilhelm Holkenbrink seine offene Politik und berichtet erfreut: „Wir haben hier auch Hengste stehen, wie beispielsweise den Rock Forever NRW und den Prämienhengst Franziskus.“

Die Animierstute auf der EU-Besamungsstation ist aus Plastik. Eine Lösung, die laut Holkenbrink gut funktioniert.

Seit gut acht Jahren ist der Hof Holkenbrink nicht nur ein Ausbildungs- und Turnierstall für Dressur- und Springpferde mit Fohlenaufzucht und Ausbildungsbetrieb für Pferdewirte, sondern auch EU-Besamungsstation. Um die Voraussetzungen zu erfüllen, europaweit Samen verschicken zu dürfen, musste ein neuer Stalltrakt mit Labor und Untersuchungsständern gebaut werden. Ungewöhnlich: Statt einer Animierstute neben dem Phantom setzt Wilhelm Holkenbrink in seiner Station auf ein großes Plastikpferd. „Eine gute Alternative“, sagt er. „So wird keine Stute unnötig gestresst und den Hengsten ist es in der Regel egal.“ Um den Status einer EU-Besamungsstation zu halten, fallen laut Betriebsleiter pro Hengst und Jahr rund 18.000 Euro für die vorgeschriebenen Untersuchungen an. „Nur, wenn wir alle Auflagen erfüllen, dürfen wir europaweit Samen verschicken. Wir versenden das Gefriersperma aber nicht nur innerhalb ganz Europas, sondern weltweit, beispielsweise in die USA und nach Kanada“, erklärt Wilhelm Holkenbrink.

 

Training und Haltung

1986 gab es auf dem Hof Holkenbrink die erste Hengstschau, damals noch in der Vereinsreithalle. Doch mit der wachsenden Anzahl an Pferden im Verein und in der Deckstation kam es zunehmend zu Konflikten zwischen den Reitern. Darum wollte Wilhelm Holkenbrink eine eigene Reithalle bauen und den vielen Reitern, Einstellern und Ausbildern einen weiteren Trainingsbereich bieten. Probleme bereitete allerdings die Baugenehmigung. Die Behörden wollten keine Reithalle, da der Betrieb mittlerweile ans Wohngebiet grenzte. Hier half ein kleiner Trick: Die Reithalle wurde offiziell als Pferdeveredelungshalle deklariert und schon durfte sie 1995 errichtet werden. Außerdem gibt es auf der Anlage zwei Longierzirkel, die gerne fürs Anreiten und für die Jungpferdeausbildung genutzt werden. Ein Laufband und eine Führanlage mit 18 Boxen runden die Trainingsmöglichkeiten ab.

Die Führanlage sorgt für regelmäßige Bewegung.

Insgesamt lebten 2016 rund 200 Pferde auf dem Hof in Münster, inklusive der Jungpferde, die hier aufgezogen, angeritten und vermarktet werden. Dafür stehen neben den modernen großen Hengstboxen rund 90 weitere Boxen bereit. Bei den Hengstboxen wurde übrigens darauf geachtet, dass sie hell und gut belüftet sind und dass die Tiere die Möglichkeit für Sozialkontakte haben. Dafür wurden zwischen den meisten Boxen Gitterfenster installiert, die Blick auf den Nachbarn erlauben. Das klappt laut Wilhelm Holkenbrink auch bei den meisten Hengsten. Nur selten kommt es vor, dass Tiere tatsächlich einzeln gehalten werden müssen. Aber auch dafür stehen entsprechende Boxen bereit. Außerdem gibt es für die Ein- bis Dreijährigen fünf Laufställe, in denen die Pferde, nach Geschlecht getrennt, in der Regel in Zehnergruppen stehen. Alle Boxen werden einmal am Tag mit Stroh – von umliegenden Höfen – eingestreut. Außerdem wird zweimal am Tag Heulage und Kraftfutter gefüttert. Dabei versorgt Wilhelm Holkenbrink nicht nur seine eigenen Pferde, sondern auch die des Vereins. Das wird genauso selbstverständlich mit erledigt wie die Platzpflege und andere Aufgaben, die sich der Verein und das Team Holkenbrink teilen. Dieses Motto gilt nicht nur für die Arbeiten am Hof, sondern auch für die Maschinen. „Wir rechnen jetzt nicht jede Treckerstunde ab. Eine Hand wäscht die andere. Auch bei Turnieren vom Verein oder bei der Hengstschau von Holkenbrinks werden die Ressourcen geteilt“, erklären Wilhelm Holkenbrink und Martin Farwick die Grundlage ihrer guten Zusammenarbeit.

 

Koppeln und Futter

Die Hengste kommen bei Holkenbrinks gar nicht auf die Koppel, die Turnierpferde nur begrenzt. Für die Freizeitreiter gibt es seit ein paar Jahren die Regelung, dass der Hof Koppeln zur Verfügung stellt und dass alle Pferde raus können, wenn die Besitzer es wünschen, doch wann und wie die Pferde auf die Koppeln kommen, müssen die Einsteller selbst organisieren. Diese Eigenorganisation klappt laut Wilhelm Holkenbrink sehr gut – und schont die Nerven. Vor ein paar Jahren hat der Hof den

Sand-Paddocks ermöglichen Bewegungsfreiraum für die Pferde.

Koppelservice noch angeboten, aber es gab oft Unstimmigkeiten, wann und wie lange die Pferde mit oder ohne Decke raus dürfen. „Die Einsteller machen das nun untereinander aus und wir haben keine Probleme damit“, sagt der Chef der Hengststation. Der Betrieb verfügt über rund vier Hektar Koppelflächen an der Hofstätte. Bewirtschaftet werden insgesamt rund 48 Hektar – eine Hälfte als Ackerland und die andere für Heulage und als Koppeln. Holkenbrink arbeitet hier mit Ackergras, sodass er die Flächen alle drei bis vier Jahre umbrechen kann und eine hohe Futterqualität erzielt. Laut eigenen Angaben kann er so bis zu vier Schnitte im Jahr einfahren, einen Großteil davon als Heulage. „Das hat zwei Gründe: Erstens lässt sich Heulage im Vergleich zu Heu deutlich einfacher lagern, zweitens kann sie schneller geborgen werden und man wird unabhängiger vom Wetter“, erklärt der Betriebsleiter. Außerdem werden die Flächen zum Teil als zusätzliches Weideland genutzt.

Wilhelm Holkenbrink kümmert sich selbst um die Herstellung von Raufutter und teilweise von Kraftfutter.

Ebenso wie die Heulage wird auch ein Teil des Kraftfutters selbst produziert. Das auf dem Hof Holkenbrink verfütterte Getreidegemisch besteht aus 10 Prozent Mais, 30 Prozent Gerste und 60 Prozent Hafer, der zugekauft wird. Aufbereitet und entstaubt wird das Getreide von einem

Das eigene Kraftfutter wird in einem 6-Tonnen-Silo gelagert.

Landhandel in der Region. Das Futter wird in einem Sechs-Tonnen-Silo gelagert und täglich frisch gequetscht. Außerdem wird das Getreide vor Ort automatisch mit Öl und Mineralstoffen gemischt. Das verwendete Sojaöl lagert in 200-Liter-Fässern neben dem Silo.

 

Team

Beate und Wilhelm Holkenbrink haben vier Kinder, die auch fleißig auf dem Hof mitarbeiten. Simon Holkenbrink, der älteste, ist zum Beispiel fest als Hofnachfolger eingeplant.

Wilhelm Holkenbrink, Betriebsleiter der Hengststation und Martin Farwick.

Tochter Sophie Holkenbrink ist die erfolgreichste Reiterin der Familie und trainiert unter anderem die Hengste der Station. Anna Holkenbrink ist ebenfalls Reiterin und der jüngste Sohn Linus Holkenbrink macht eine Ausbildung als Maschinenbauer und ist bereits eine tragende Säule im landwirtschaftlichen Bereich des Hofs. Außerdem gibt es noch zehn feste Mitarbeiter, manche in Teilzeit, für Büro und Beritt sowie einen Mitarbeiter, der sich hauptsächlich um die Angelegenheiten der Hengststation mit Besamung etc. kümmert. Natürlich legt man in der Hengststation Holkenbrink nicht nur auf die Ausbildung der Pferde Wert, sondern auch auf die der Menschen, sodass immer vier Auszubildende das Team um die Familie Holkenbrink unterstützen.

 

Reit- und Fahrverein Albachten e. V./Historie

1948: Gründung

1972: Bau er vereinseigenen Reithalle:

1976: Bau von 12 Pferdeboxen

Ab 1980: Jährlich zwei Großveranstaltungen

1982: Bau eines Richterturms

1988: Renovierung der Räume

1990: Renovierung der Außenanlage

 

Kontakt Reit- und Fahrverein: www.rv-albachten.de   

Kontakt Hengststation: www.hengststation-holkenbrink.de

Text und Fotos: Kai Schwarz

Foto: Kai Schwarz

Foto: Holkenbrink