Bargeld muss bezahlbar bleiben

Bargeld, Münzen und Scheine

Aufgrund der aktuellen Trends im Zahlungsverkehr warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) davor, das Zahlungsmittel Bargeld und den dahinterstehenden Kreislauf zu vernachlässigen. Es sei vielmehr wichtig, eine Bargeldstrategie für den Erhalt zu entwickeln, denn der Handel braucht aus Sicht des HDE Planungssicherheit über die weitere Entwicklung.

Bargeld für Deutsche immer noch das Zahlungsmittel der Wahl

Laut HDE-Zahlungsexperte Ulrich Binnebößel ist das Bargeld im stationären Handel das nach wie vor bedeutendste Zahlungsmittel. Allerdings könnte der starke Trend zur unbaren Zahlung das System Bargeld zum Kippen bringen. Im Gegensatz zu einigen Ländern, in welchen die Akzeptanz von Bargeld nicht mehr zum Alltag gehört, ist es in Deutschland trotz sinkender Nachfrage für viele Menschen immer noch das Zahlungsmittel der Wahl. Deshalb sollte eine intensive gesellschaftliche Diskussion über dessen künftige Rolle geführt werden.

Der Handel brauche Planungssicherheit

Die Aufrechterhaltung einer effizienten Bargeldlogistik mit sinkenden Mengen bei annähernd gleichbleibenden Fixkosten wird immer anspruchsvoller und kostenintensiver. Deshalb sollte nach Meinung von Binnebößel eine Bargeldstrategie mit Richtlinien und konkreten Maßnahmen erstellt werden. Lippenbekenntnisse reichten nicht aus und eine Diskussion über Bargeldobergrenzen sende negative Signale aus. Auch eine Verpflichtung zur Akzeptanz von Bargeld im Handel ist nach Einschätzung des HDE nicht zielführend.

www.einzelhandel.de

 

Konsumzurückhaltung kehrt zurück

Grafik zur Konsumzurückhaltung

Der Corona-Consumer-Check stellt in seiner neusten Befragung die aktuelle Situation des Ausgabeverhaltens der Konsumenten und Konsumentinnen dar: Produktkäufe werden branchenübergreifend wieder mehr verschoben. Wie diese Zurückhaltung das Ausgabeverhalten der Konsumenten beeinflusst hat der aktuelle Corona-Consumer-Check im Juli 2021 beleuchtet. Ein Fazit: Die Konsumzurückhaltung kehrt langsam zurück. Anschaffung werden wieder häufiger verschoben. Und das branchenübergreifend.

Anschaffungen werden verschoben

Während des ersten Lockdowns 2020, zu Beginn der Pandemie, war zu beobachten, dass Anschaffungen und Produktkäufe verschoben wurden. Einige davon wurden im Laufe des letzten Jahres nachgeholt, dennoch hält sich der Trend im zweiten Jahr aufrecht. Die Konsumrückhaltung ist im Juli 2021 durch den zweiten, langen Lockdown wieder angestiegen. Gründe für die Zurückhaltung trotz Lockerungen sind immer noch Ängste und Sorgen um die finanzielle Zukunft.

Konsumzurückhaltung ist branchenübergreifend

Es wurde während der Pandemie über alle Branchen hinweg weniger Geld ausgegeben als noch vor der Coronakrise. Insbesondere wurde bei Fashion und Accessoires sowie in den Bereichen Wohnen und Einrichten gespart.

Konsum wird hinterfragt

Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, bemerkt zu haben, dass sie teilweise auf Konsum verzichten könnten. So viele Produkte würden gar nicht benötigt. Auch der jüngeren Zielgruppe, der 18 – bis 29 – Jährigen, fällt der Konsumverzicht nicht schwer.

www.ifhkoeln.de

Onlineshopping seit Juli 2021 teurer – Zollgrenze fällt

Onlineshopping ab Juli 2021 teurer – Zollgrenze fällt

Seit Juli 2021 ist das Onlineshopping teurer und komplizierter geworden. Günstige Online-Bestellungen aus dem EU-Ausland waren bislang von der Einfuhrumsatzsteuer befreit. Damit gingen alle Waren unter einem Wert von 22 Euro direkt zur Haustür des Kunden. Seit 1. Juli 2021 fällt diese Regelung weg.

Keine steuerfreien Paketsendungen mehr

Sendungen aus den USA, China, der Schweiz oder anderen Drittländern werden nun mit den üblichen 19 oder 7 Prozent versteuert. Zusätzlich erhebt der Versender meistens eine Servicepauschale für die Zollanmeldung. Die Kosten trägt der Käufer selbst und wird entweder bei Abholung der Ware beim Zoll oder an der Haustüre zur Kasse gebeten.

Grund für strengere Regeln: Das Missbrauchspotential

Bisher sind jährlich laut der Europäischen Kommission ungefähr 150 Millionen Pakete günstig in die EU eingeführt worden. Was unter 22 Euro lag, durfte steuerfrei geschickt werden. Außerdem werden oft besonders niedrige Warenwerte angesetzt, wodurch Steuerbetrug und die Benachteiligung europäischer Verkäufer entstand. Die neue Einfuhrumsatzsteuer gilt nur für Sender außerhalb der EU und soll so dafür sorgen, dass es im Online-Handel fairer zugeht.

www.haendlerbund.de